Audemars Piguet Royal Oak – Die erste Luxusuhr der Welt aus Stahl

/ Uhren

Wir schreiben das Jahr 1971 und in der Uhrenbranche gilt traditionell das Motto: "Eine Luxusuhr darf nicht aus Stahl sein." Doch gerade die auf sündhaft teure Edelzeitmesser spezialisierte schweizer Uhrenmanufaktur Audemars Piguet beschreitet andere Wege und legt damit den Grundstein zu einem der bekanntesten und begehrtesten Uhrenmodelle der Welt: Die "Royal Oak".

 

 

Die Entstehungsgeschichte

Als 1971 an Audemars Piguet vom italienischen Agenten Carlo de Marchi der Wunsch nach einer neuen sportlichen Armbanduhr herangetragen wurde, beauftragte der damalige Generaldirektor Georges Golay den Designer Gerald Genta am Vorabend der Basler Uhren- und Schmuckmesse mit dem Entwurf für den nächsten Tag.

Trotz des extrem knappen Zeitrahmen schaffte Genta einen ikonischen Uhrenentwurf, der sich später auch in seinen Entwürfen für die "Nautilus" für Patek Philippe oder die "Ingenieur" für IWC wiederfinden sollte. Als Inspiration diente ihm dabei ein Kindheitserlebnis als er einen Berufstaucher beim Anlegen des Helms beobachtet hatte. Die Abdichtung des Helms mittels Gummidichtung und mehrerer Bolzen diente ihm als Vorlage für die berühmte achteckige Lünettenform (samt Gummidichtung) der Royal Oak, die auch an ein Schiffsbullauge erinnern sollte.

Der Entwurf kam bei AP gut an und die Uhr wurde schrittweise für die Produktion entwickelt. Wurde die Uhr intern vorläufig als "Safari" bezeichnet, so entschied man sich schlussendlich für den Namen "Royal Oak" in Anlehnung an einige Segelschiffe der britischen Flotte, die diesen Namen trugen und im Rumpf Kanonenöffnungen mit achteckigen Rahmen besaßen. Die Schiffe wurden übrigens so benannt, da sich König Karl II. von England der Legende nach auf einer Eiche (der "Royal Oak") vor seinen Feinden versteckt hatte. 

 

 

Aller Anfang ist schwer

1972 wurde die Royal Oak bei der Uhrenmesse in Basel vorgestellt und avancierte dort beim Fachpublikum zum veritablen Flop. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen kostete die Uhr weit über 3.000 Franken, was in etwa das Zehnfache einer Rolex Submariner war – und das für eine Uhr aus Stahl. Zum andern war das Design mit seinen Ecken, Kanten und frei sichtbaren Schrauben radikal anders als bei bisherigen Sportuhren, noch dazu in der damals ungewohnten Größe von ca. 39 mm, die ihr den Spitznamen "Jumbo" einbrachte.
 

Eine Royal Oak 5402 aus Ende der 70iger Jahre mit einem sog. "tropical" Dial. So werden Ziffernblätter genannt, deren Farbe sich über die Jahre von Schwarz in einen Braunton gewandelt hat. Derartige Modelle sind heute extrem sammelwürdig und werden zu Höchstpreisen gehandelt.

So verkaufte AP in den ersten 3 Jahren nach der Einführung in Italien und der Schweiz lediglich ca. 400 Exemplare der Royal Oak. Doch dann wendete sich das Blatt plötzlich und viele Uhrensammler und Trendsetter erkannten das Potenzial, das in der Uhr schlummerte. Die Royal Oak wurde zum Verkaufsschlager und rettete AP über die Quarzkrise der 80er Jahre. Mit Sicherheit war der Erfolg der Royal Oak auch für Patek Philippe der Anstoß zur Entwicklung der Nautilus, deren genetische Ähnlichkeit zur Royal Oak nicht zu verleugnen ist. Sie stammt ja auch vom gleichen Designer Gerald Genta. Gleiches gilt für die Ingenieur von IWC. 

Auch heute ist die Royal Oak-Linie samt ihres Ablegers, der Royal Oak Offshore, der Top-Umsatzbringer für Audemars Piguet und alte Modelle aus den 70er Jahren zählen zu den begehrtesten Sammleruhren weltweit.

 

 

Das Werk

Mittlerweile gibt es die Royal Oak und deren Ableger, die Royal Oak Offshore, in vielen Varianten mit vielen Uhrenwerken.

Ein typisches Erkennungsmerkmal der Royal Oak war aber immer, dass die Uhr (und somit das Kaliber) sehr flach ist. In den ersten Modellen der Royal Oak tickte das Automatikkaliber 2121, das bis heute auch im aktuellen Modell 15202 verbaut ist. Das Werk war das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Audemars Piguet und Jaeger LeCoultre und wies lediglich eine Höhe von 3,05 mm auf. 

Interessanterweise lieferte Jaeger LeCoultre jahrelang Werke für die Royal Oak und die Royal Oak Offshore. Erst seit relativ kurzer Zeit stattet AP beispielsweise die Royal Oak Offshore mit einem von AP selbst entwickelten Chronographen-Werk aus. (Die Jaeger LeCoultre-Werke erkennt man bei den Offshore-Modellen übrigens daran, dass die Datumsscheibe sehr tief unter der Lupe sitzt. Der Grund liegt darin, dass es sich bei den Werken um sogenannte Modul-Chronographen handelt, bei denen das Chronographen-Modul eine eigene Einheit ist, die auf das normale Uhrwerk montiert wird. Dadurch sitzt das Datum tiefer als bei integrierten Chronographen-Werken. Auch springt der Sekundenzeiger des Chronos bei Modul-Chronographen kurz beim Starten der Zeitmessung.)
 

Die Royal Oak gibt es mit verschiedenen Komplikationen. Hier eine Royal Oak Dual Time mit zweiter Zeitzone inkl. Tag/Nacht-Indikator, Gangreserve und Zeigerdatum.

Audemars Piguet Royal Oak mit Mondphase und Tag-Datum-Anzeige in Zeigerform.

Audemars Piguet Royal Oak Chrono.

Audemars Piguet Chrono im 41 mm Gehäuse und sog. "Panda"-Dial.

Auch exotische Varianten gab es. Hier ein Rectangular-Modell mit Quartz (!) Werk, vermutlich aus den 70er/80er-Jahren als die schweizer Uhrenindustrie stark unter der Schwemme der billigen Quartz-Uhren aus Fernost leiden musste und selbst begann Quartz-Werke in hochpreisige Uhren-Modelle einzuschalen. Eine Strategie die allerdings wenig erfolgreich war.

Die Royal Oak Offshore

Zum 20igsten Jubiläum der Uhr brachte AP den bulligen Chronographen "Royal Oak Offshore" als moderne und zeitgemäße Interpretation des Klassikers heraus. Mit dem Design wurde der damals erst 22jährige Emmanuel Gueit beauftragt, der ähnlich wie Gerald Genta 20 Jahre zuvor einen radikalen Entwurf in 42 mm Größe als Weiterentwicklung der Royal Oak präsentierte. 

Und auch hier wiederholte sich die Geschichte. Die Uhr wurde 1993 im Rahmen der Uhrenmesse in Basel vorgestellt und fiel beim Fachpublikum durch. Sogar Gerald Genta, der "Vater" des Royal Oak-Designs, zeigte sich angeblich enttäuscht von der Royal Oak Offshore. Doch auch wie bei der Royal Oak setzte sich die Royal Oak Offshore schlussendlich am Markt mit Bravour durch und ist heute ein Stützpfeiler innerhalb der Royal Oak-Familie. Vor allem die Unterstützung durch Arnold Schwarzenegger, der die Uhr in einigen seiner Filme (z.B. "Terminator" oder "End of days") trug und auch privat ein großer Fan der Offshore ist, erwies sich dabei als große Unterstützung. (Hier offenbart sich übrigens eine gewisse Parallele zu Sylvester Stallone, der seinerseits ein großer Fan von Panerai-Uhren ist und diese in seinen Filmen prominent zur Schau gestellt hat.)
 

Ein typisches Beispiel der aktuellen Royal Oak Offshore Kollektion mit einem 44 mm Gehäuse.

Die Kollektion heute

Heute gibt es sowohl von der Royal Oak und vor allem von der Royal Oak Offshore eine extrem große Bandbreite von Modellen mit verschiedensten Komplikationen sowohl in Stahl, aber auch in Gold, Platin, Keramik, Karbon oder Titan. 

Die Royal Oak Offshore gibt es mittlerweile in Gehäusegrößen von bis zu 48 mm (z.B. die "Terminator T3" oder die "Shaquille O'Neal") und die gesamte Kollektion entwickelt sich immer mehr zu sehr auffälligen Uhren in sehr vielen Design-Varianten. 

Die Royal Oak hingegen ist noch immer auf den Look der klassischen Sportuhr fokussiert. Ein wichtiges Merkmal der Royal Oak ist die sehr geringe Höhe des Gehäuses. So gibt es beispielsweise das Modell "Jumbo extra thin" mit nur 8 mm Gehäusehöhe.

In Punkto Wertentwicklung sind gewisse Modelle beider Linien sehr erfolgreich. So stieg der Preis der Royal Oak 15400 am Gebraucht- und Sekundärmarkt in den letzten Jahren um mehr als 50 % an und beginnt (August 2019) bei ca. 20.000 EUR für gebrauchte Modelle innerhalb der Europäischen Union (Quelle: Chrono24). Der Grund für den rasanten Preisanstieg beim Modell 15400 am Graumarkt vor allem in der letzten Zeit könnte auch darin liegen, dass 2019 bereits der Nachfolger mit Referenz 15500 vorgestellt wurde und die Referenz 15400 ausläuft. (Ein Phänomen, das auch bei Rolex-Uhren zu beobachten ist.) Für Royal Oak-Modelle aus dem Erscheinungsjahr 1973 sind heute Preise ab ca. 70.000 EUR zu zahlen. 

Vielleicht denkt sich heute angesichts solcher Preise so mancher Kritiker von damals, dass ein Investment in die "überteuerte Stahl-Uhr" vielleicht doch nicht so schlecht gewesen wäre:-)
 

Die Royal Oak 15400 mit 41 mm Gehäuse. Dieses Modell wurde 2019 durch die Nachfolgereferenz 15500 abgelöst.

Die Royal Oak 15400 gibt es in verschiedenen Ziffernblattvarianten: schwarz (Bild oben), blau (Boutique Modell), grau und weiß/silber.

Bei uns finden Sie viele Uhren von Audemars Piguet. Alle Uhren werden mit 2jähriger Bargello Garantie verkauft. Wir versenden voll versichert weltweit.

 

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