Patek Philippe Nautilus – Eine Uhrenikone des 20. Jahrhunderts

/ Uhren

Die meisten Menschen denken beim Namen "Nautilus" wahrscheinlich an Jules Verne und Kapitän Nemo. Viele Uhrenliebhaber aber assoziieren damit eine der legendärsten und prestigeträchtigsten Armbanduhren, die jemals produziert worden ist: Die Patek Philippe Nautilus. (Deren Name übrigens tatsächlich von Jules Vernes inspiriert ist.)

Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1976 als Patek Philippe die erste Nautilus Ref. 3700/01A auf der Uhrenmesse Baselworld vorstellte. Und wie bei vielen Uhren-Ikonen war es zu Beginn keine wirkliche Erfolgsstory. So wurden bis 1990 insgesamt nur ca. 4.800 Exemplare gebaut.

Der Konkurrent Audemars Piguet hatte bereits 1972 die Royal Oak vorgestellt (siehe auch unseren diesbezüglichen Blog-Beitrag) – eine für damalige Verhältnisse sehr große Luxusuhr aus Stahl zu einem extrem hohen Preis und mit einem revolutionären Design, das von Gérald Genta entworfen worden war. Obwohl auch die Royal Oak Anlaufschwierigkeiten hatte, entwickelte sie sich nach einiger Zeit zu einem echten Verkaufsschlager. Sie ist auch heute noch inklusive ihrer Varianten wie der Royal Oak Offshore das bekannteste Modell von Audemars Piguet.

Gérald Genta trat mit einem ähnlichen Konzept auch an Patek Philippe heran. Und obwohl der damalige Firmenpräsident Philippe Stern angesichts der grundsätzlichen Ausrichtung von Patek Philippe auf kleine, elegante und komplizierte Golduhren anfangs eher skeptisch war, erblickte die Nautilus schlussendlich 1976 als "Luxus-Stahl-Sportuhr" das Licht der Welt.

Der damalige Werbeslogan lautete: "They work as well with a wet suit as they do with a dinner suit." Laut Phillippe Stern richtete sich die Nautilus an jüngere Kunden, die viel reisten und gerne Sport trieben. Gut betucht mussten die Kunden auch sein, denn der Einführungspreis der Nautilus in Deutschland betrug 4.250 DM, was für damalige Verhältnisse ein extrem hoher Preis für eine Stahluhr war. (Die Royal Oak von Audemars Piguet wurde bei ihrer Einführung 1972 mit einem Preis von über 3.000 Franken verkauft, was ebenfalls ein exorbitant hoher Preis war.)

 

DIE UR-NAUTILUS REFERENZ 3700/01A AUS 1976

Das Design der ersten Nautilus Ref. 3700/01A (und aller folgenden Referenzen) zeigte deutlich die Handschrift von Gérald Genta und konnte ihre Ähnlichkeit zur Royal Oak von Audemars Piguet nicht verleugnen. Das Gehäuse wies 42 mm Durchmesser (in der Diagonale) auf, was für 1976 ungewöhnlich groß war. Uhrensammler, die auf das Modell aufmerksam wurden, hatten auch gleich den richtigen Spitznamen für die Uhr: "Jumbo". (Dieser wurde übrigens ebenfalls für die Audemars Piguet Royal Oak verwendet.) Die geringe Bauhöhe von nur 7,6 mm verlieh ihr aber eine durchaus elegante Erscheinung.

Im Inneren der Uhr tickte das Patek Philippe Kaliber 28-255C (auf Basis des Jaeger LeCoultre Kaliber 920). Auch das ist eine Ähnlichkeit zur Royal Oak von Audemars Piguet, in der ebenfalls lange Werke von Jaeger LeCoultre verbaut wurden.

Obwohl die Nautilus Ähnlichkeiten zur Royal Oak zeigt, ist sie dieser gegenüber wesentlich "weicher" gestaltet. Es fehlen die für die Royal Oak so typischen Ecken und Kanten an Gehäuse und Lünette. Alles fließt und ist irgendwie "rund". Auch die Lünette ist abgerundet achteckig geformt und erinnert an die Bullaugen-Fenster der Ozean-Dampfer. (Womit wir die nächste inhaltliche Parallele zur Royal Oak hätten, bei der die Form der Lünette ebenfalls einen maritimen Bezug hat.)

Im Gegensatz zu den heutigen Modellen war das Gehäuse nur zweiteilig aufgebaut, wobei der Mittelteil gemeinsam mit dem Boden aus einem Stahlblock gefertigt war. Die Lünette mit dem Glas war so geformt, dass sie über zwei seitliche Scharniere mittels 4 Schrauben am Gehäuse befestigt wurde. Zwischen Gehäuse und Lünette befand sich noch eine Gummidichtung. Die Uhr war mit dieser einmaligen Konstruktion bis 120 Meter wasserdicht.

Das Blatt war (und ist) quergestreift mit weißgoldenen Stabindexen und Zeigern. Interessanterweise zeigen die allerersten Exemplare (Werksnummern ca. 1300001 bis ca. 1303600) eine Minuterie aus kleinen Strichen. Dies wurde aber bald auf die heute typische Darstellung mit Punkten geändert. Auch hatten die allerersten Nautilus-Uhren auf ihren Blättern bei 6 Uhr die Aufschrift „σ SWISS σ“.

Die erste Serie der Nautilus (Ref. 3700/01A) wurde bis ca. 1982 gebaut und umfasste ca. 3500 Exemplare. Es folgte ab dann die Referenz 3700/011A, welche sich in einigen Details von der 3700/01A unterschied und bis ungefähr 1990 gebaut wurde. Sie wurde lediglich in einer Auflage von ca. 1.300 Uhren gebaut. Schuld war wohl die Quarzkrise der schweizer Uhrenindustrie.

Die Ur-Nautilus Ref. 3700 in Stahl wurde 1976 eingeführt und ist heute der "Holy Grail" eines jeden Patek Philippe-Sammlers. Die Preise beginnen (Zeitpunkt Jänner 2020) ab ca. 80.000,- EUR und gehen je nach Zustand, Alter und Dokumentation weit darüber hinaus. Modelle der allerersten Serie (mit Strich-Minuterie anstatt Punkt-Minuterie) sind so gut wie nicht zu finden und wenn doch sind die Preise auch für Patek Philippe Verhältnisse extrem teuer.

Die entwicklung der Nautilus

Insgesamt war die Einführung der Nautilus ein großer Erfolg für Patek Philippe. Heute existiert unter dem Namen "Nautilus" eine ganze Uhrenfamilie, die Herren- und Damenuhren mit diversen Komplikationen (Chronograph, zweite Zeitzone, Gangreserve, Mondphase etc.) und in verschiedenen Materialien umfasst.

Die Gehäuse sind heute dreiteilig und mit einem Glasboden ausgerüstet. Auch die Werke stammen zum Teil aus komplett eigener Fertigung. So arbeitet in der Referenz 5711/1A, dem Nachfolger der Ur-Nautilus 3700, das Patek Philippe Kaliber 26-330 S C.

Aus den mittlerweile vielen Referenzen der Nautilus – aktuell gibt es ca. 30 Nautilus-Modelle – stechen neben der legendären Ur-Referenz 3700 die folgenden Herren-Modelle ganz besonders hervor:

 

Wichtige Modelle bis 2005

  • 3800/1A (1981): Die Nautilus im Midsize Format mit 37,5 mm. Im Gegensatz zur 3700 hatte die 3800 auch einen Sekundenzeiger.

Patek Philippe Nautilus Ref. 3800 in einer Stahl-Gelbgold-Version.

  • 3712 (2005): Mit Mondphase. Diese Referenz wurde nur ein knappes Jahr lang gebaut und dann von der optisch fast identen Referenz 5712/1A abgelöst. Daher ist die 3712 eine sehr begehrte Sammleruhr.

Modelle zum 30. Jubiläum 2006

  • 5711/1A (2006): Der direkte Nachfolger der Ur-Nautilus 3700, der zum 30. Jubiläum lanciert wurde und nun auf 43 mm Durchmesser in der Diagonalen gewachsen war. Die Gehäusekonstruktion wurde geändert und besteht seitdem aus 3 Teilen (statt wie ursprünglich nur 2) mit einem durchsichtigen verschraubten Gehäuseboden aus Safirglas. Im Inneren tickt ein Kaliber 26-330 S C.

Patek Philippe Nautilus Referenz 5711

  • 5712/1A (2006): Mit Mondphase. Die Ref. 5712 ist der Nachfolger der Ref. 3712 und zeigt dieser gegenüber die folgenden Unterschiede: 1 mm größerer Gehäusedurchmesser, dreiteiliges Gehäuse, intensiverer Blauton des Ziffernblatts, Detailänderungen am Design des Ziffernblatts. Das Uhrwerk hingegen ist bei beiden Modellen das gleiche (Kaliber 240 PS IRM C LU).

Patek Philippe Ref. 5712 in Stahl.

Patek Philippe Ref. 5712 in Weißgold

Patek Philippe Ref. 5712 in Roségold.

  • 5800 (2006): Kleinere Variante der 5711 mit 38,4 mm (Diagonale) Durchmesser.
  • 5980/1A (2006): Mit Chronograph im 44 mm (Diagonale) großen Gehäuse und neuem Kaliber CH28-520 C.

Patek Philippe Nautilus Ref. 5980 in Stahl.

Patek Philippe Nautilus Ref. 5980 in Roségold.

Wichtige Modelle ab 2012

  • 5726/A (2012): Mit Jahreskalender. Dieses Modell gibt es auch mit einem weißen Ziffernblatt.
  • 5990/1A (2014): Der "Nautilus Travel Time Chronograph" mit Chronograph und zweiter Zeitzone.
     

Patek Philippe Nautilus Ref. 5990 mit Chronograph und zweiter Zeitzone

Modelle zum 40. Jubiläum 2016

  • 5976/1G (2016): Jubiläumsmodell zum 40. Geburtstag mit Chronograph, aus Weißgold mit blauem Blatt und Diamanten-Indexen.
  • 5711/1P (2016): Ebenfalls ein Jubiläumsmodell zum 40. Geburtstag, aus Platin und mit blauem Blatt und Diamanten-Indexen.

 

Welches Modell man auch immer besitzt, jeder Eigentümer einer Nautilus kann sich gewiss sein, ein ganz besonderes und sehr exklusives Stück Uhrengeschichte zu tragen. Aber wie heißt es bei Patek Philippe so schön: "You never actually own a Patek Philippe. You merely look after it for the next generation."

Hat man das Glück eine Nautilus 3700 aus den 70er Jahren sein eigen zu nennen, so besitzt man mittlerweile ein echtes Vermögen. Solche Modelle werden mit dem späteren Ziffernblatt mit Punkt-Minuterie ohne Papiere und Box ab ca. 80.000 EUR gehandelt (Stand Dezember 2019, Quelle: chrono24). Die allerersten Modelle mit Ziffernblättern, die Strichindexe bei der Minuterie aufweisen, werden um ein Vielfaches davon gehandelt.

Bei Bargello finden Sie laufend interessante Modelle der Patek Philippe Nautilus. Alle Uhren werden mit 2jähriger Bargello Garantie verkauft. Wir versenden voll versichert weltweit.

 

Patek Philippe Uhren bei Bargello

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